Gott hat mich berufen, 
damit ich ihm auf eine besondere Weise diene. 
Er hat mir eine besondere Aufgabe übertragen, 
mir und keinem anderen. 
Auf wen soll ich hören, wenn nicht auf ihn? 

                        nach John
Henry
Newman

Themen zum Wortgottesdienst:

 

Der Dienst des/r WORTGOTTESDIENSTLEITERs/IN

Weil der Dienst des Wortgottesdienstleiters immer öfter gebraucht wird, werden wir von Zeit zu Zeit einen Kurs für die WORTGOTTESDIENSTLEITER halten.  Der Kurs endet mit einer bischöflichen Missio, die dann auch innerhalb einer Eucharistiefeier an einem Sonntag öffentlich übergeben wird. Es freut mich sehr, dass wir in unseren Pfarrgemeinden nun auch diese wertvolle und wichtige Ergänzung zur Eucharistiefeier anbieten können.

 

Wie verläuft nun so sein Wortgottesdienst?

Ein Gottesdienst mit unseren Wortgottesdienstleitern wird dann etwa folgendermaßen ablaufen:

Jeweils zwei Wortgottesdienstleiter werden zusammen mit den vorgesehenen Lektoren zunächst den Wortgottesdienst in der üblichen Form feiern (mit Bußakt, Lesungen, Evangelium, Glaubensbekenntnis und Fürbitten) Es können auch Predigtgedanken oder eine Meditation verlesen werden. Danach folgt die Kommunionfeier, die mit dem Vaterunser eingeleitet wird. Nach der Kommunionausteilung und der Betrachtung schließt die gesamte Feier mit einem Segensgebet.

     

 

Wozu braucht es überhaupt einen Wortgottesdienst?

 

Der erste und wichtigste Grund ist ein plötzlicher und unvorhergesehener Ausfall des Pfarrers (etwa durch Krankheit).  Aushilfen zu bekommen ist jetzt schon oft ein großes Problem und wird in Zukunft noch weitaus schwieriger. Oft gibt es auch Situationen, wo in einer meiner Pfarren ein besonderes Fest gefeiert wird oder eine besondere Einweihung und Festlichkeit der Pfarre oder Gemeinde ansteht. Da ist es natürlich nicht angenehm wenn ich eine solche Feierlichkeit derart beschleunigen muss, damit ich noch die Hl. Messe in der Nachbargemeinde pünktlich abhalten kann. Diese Hetzerei ist wenig sinnvoll und auch nicht gerade eine gute Voraussetzung für einen würdigen Gottesdienst.

 

Wie verträgt sich das Sonntagsgebot mit dem Wortgottesdienst?            zum Seitenanfang  

 

Auch wenn die Hl. Messe mit nichts zu ersetzen ist, so ist doch ein solcher Wortgottesdienst mit Kommunionfeier eine gute und würdige Alternative dazu! Das Sonntagsgebot verlangt vorab die Heiligung des Sonntags in erster Linie durch die gemeinsame Feier eines Gottesdienstes. Dies kann natürlich auch mit einem gemeinsamen Wortgottesdienst geschehen. 
In manchen Missionsländern gibt es Gemeinden, wo nur alle vier oder sechs Wochen ein Priester kommt und eine Hl. Messe hält. An den übrigen Sonntagen werden Wortgottesdienste gehalten. Es wird auch bei uns nicht ausbleiben, dass die Pfarrgemeinde selbst den gemeinsamen Glaubensvollzug auch in öffentlicher Weise mit trägt.

  

Schließlich gilt das Wort Jesu auch für unsere Gemeinden:

"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, 
da bin ich mitten unter ihnen!"

 

        

Was dürfen Wortgottesdienstleiter liturgisch tun?

Neben dem schon vorhin beschriebenen Wortgottesdienst mit Kommunionfeier dürfen sie auch die Monstranz aussetzen und eine eucharistische Andacht halten (jedoch ohne Segen). Ebenso möglich wäre die häusliche Feier der Krankenkommunion. Und im Extremfall auch eine kirchliche Beerdigung (mit bischöflicher Genehmigung oder bei spontanem Ausfall des Priesters während oder kurz vor einer Beerdigung)

 

Wir sehen schon: Die Kirche legt großen Wert auf die gemeinsame liturgische Feier und auf den gemeinsamen Glaubensvollzug einer Pfarrgemeinde. Dabei wird natürlich der Eucharistiefeier allen anderen liturgischen Feiern der Vorzug eingeräumt. Ist aber keine Hl. Messe möglich, so empfiehlt die Kirche den Wortgottesdienst, wenn möglich mit Kommunionfeier.

 

Mit dem Empfang der Hl. Kommunion wird ja auch die Verbindung zur Hl. Messe hergestellt, denn die Hl. Hostien wurden ja bei einer der vorhergehenden Eucharistiefeiern konsekriert. So wirkt die Hl. Messe noch immer weiter: wenn der Leib Christi in der Wortgottesdienstfeier den Menschen gereicht wird, wenn er durch die Monstranz den Gläubigen zur Verehrung ausgesetzt wird und natürlich auch wenn er den Kranken und Sterbenden gespendet wird.


Es wäre schade und ein großer Verlust, wenn all diese göttlichen Zuwendungen nicht möglich würden, nur weil kein Priester zur Verfügung steht.

Wenn wir dies so betrachten, dann bedeutet ein Wortgottesdienst keinesfalls eine Abwertung des Sonntags oder gar der Eucharistiefeier. Denn alles religiöse und liturgische Tun trifft sich nach wie vor bei der gemeinsamen Feier der Hl. Messe!

 

                       

Grundsätze des Wortgottesdienstes               zum Seitenanfang  

 

Der sonntägliche Gemeindegottesdienst unterscheidet sich von allen anderen gottesdienstlichen Versammlungen, weil:

• dies der Tag der Auferstehung des Herrn ist

• die Kirche diesen Tag seit ihrem Beginn als Festtag begeht

• alle Gemeinden auf der ganzen Welt an diesem Tag sich versammeln

• alle Gläubigen aufgerufen sind, diesen Tag besonders zu gestalten und sich zu versammeln (Sonntagspflicht)

• durch die regelmäßige Feier dieses Tages das Gedächtnis an das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu in unseren Gemeinden erhalten bleibt und sich immer wieder neu einwurzelt

• die Erinnerung an den Grund unseres christlichen Glaubens und unserer christlichen Gemeinschaft wach bleibt.

Die ursprüngliche, normale Form dieser sonntäglichen Gemeindeversammlung ist die Eucharistiefeier. Sie ist die Gottesdienstform, in der die Gemeinschaft der Gläubigen vor Ort untereinander und mit Christus am deutlichsten (als Sakrament) zum Ausdruck kommt. Wenn aber durch verantwortungslose Kirchenpolitik für immer mehr Gemeinden die Eucharistiefeier am Sonntag nicht mehr möglich ist, muss eine andere Form der sonntäglichen gottesdienstlichen Gemeindeversammlung praktiziert werden. Dies ist der „Wortgottesdienst am Sonntag". Er hat eine besondere Gestalt, die dem Sinn des Sonntags entspricht, und soll in dieser Form nur an diesem Tag gefeiert werden.

Der sonntägliche Gottesdienst - ob Eucharistiefeier oder Wortgottesdienst - ist wesentlich eine Feier der Gemeinde und in der Gemeinde. Jene Menschen, die ihren Glauben miteinander teilen und gemeinsam ihr christliches Leben im Alltag gestalten, können sich beim sonntäglichen Gedächtnis ihrer Glaubenswurzeln nicht voneinander trennen. Dies bedeutet, dass die Gläubigen, die im Alltag in einer Beziehung zueinander stehen, diese Beziehungen am Sonntag gemeinsam voreinander und vor Gott darstellen, bedenken, feiern und neu ausrichten.

Im „Wortgottesdienst am Sonntag" ist Christus in der Versammlung zuerst gegenwärtig in seinem Wort, in der versammelten Gemeinde und in den Notleidenden und Bedrängten. Durch die bleibende Gegenwart Christi im Brot der Eucharistie hat die versammelte Gemeinde Verbindung zur vorhergegangenen Feier der Eucharistie und verbindet sich im Empfang der Kommunion mit dieser.

Die Verbindung mit der ganzen Kirche, die diesen Tag feiert, wird gewährleistet durch das Wort Gottes (ordentliche Sonntagslesungen), durch das Gebet für die Kirche und auch durch den Empfang der Kommunion.

 

Prinzipien zur Gestaltung und Durchführung      zum Seitenanfang  

• Gläubige der Gemeinde helfen ihr, diesen Gottesdienst zu feiern. Dies geschieht nie durch Einzelpersonen, sondern immer in Gruppen.

• Die verschiedenen Rollen, sollen von möglichst vielen Personen wahrgenommen werden.

• Die Rollen sollen immer von Frauen und Männern wahrgenommen werden.

• Die Leitung geschieht durch eine Vorstandsgruppe. Ein Mitglied des Vorstandes übernimmt die Gesamtleitung.

• Alle, die vortreten, einen Dienst zu tun, treten aus dem Volk vor.

• Der Vorstand soll nicht den Platz des fehlenden Priesters einnehmen (andere Aufstellung der Leitungssitze).

• Niemand soll dem Priester vorbehaltene Gesten und Formeln verwenden.

• In allem muss deutlich werden, dass der Wortgottesdienst keine Eucharistiefeier ist (Anzünden der Kerzen am Volksaltar erst zur Übertragung; keine „Messlieder"):

 

Rollen im „Wortgottesdienst am Sonntag"        zum Seitenanfang  

Vorstand: Leitungsgruppe des Gottesdienstes. Diese Gruppe ist verantwortlich für die gesamte Vorbereitung und Durchführung.

LeiterIn des Vorstandes: Er / Sie übernimmt im Gottesdienst die dem/der LeiterIn zukommenden Teile.

Lektoren / Lektorinnen: Tragen die Lesungen vor  ( nicht das Evangelium ).

Kantor / Kantorin / Schola: Anstimmen und Leiten der Gesänge.

KommunionhelferInnen: Teilen mit dem Leiter/der Leiterin die Kommunion aus.

„BittsprecherIn": Tragen die Fürbitten der Gläubigen vor.

„DanksprecherIn": Tragen den Dank der Gemeinde vor.

 

Liturgische Orte

 

Gegenüber der Gemeinde gibt es für den „Wortgottesdienst am Sonntag mit Kommunionfeier" drei liturgische Orte:

Ort der Leitung (für den Vorstand): Gesamte Einleitung und gesamter Abschluss des Gottesdienstes. Einleitung zu dem Glaubensbekenntnis, zu den Fürbitten, Einleitung der Anbetung, Betrachtung oder Predigt nach dem Evangelium.

Tisch des Wortes Gottes" (Ambo): Ist streng genommen dem Vortrag des Wortes Gottes vorbehalten. Ganzer Wortgottesdienst, ausgenommen Glaubensbekenntnis und (wenn technisch möglich) Fürbitten.

Tisch des Brotes" (Altar): Ist dem Kommunionteil vorbehalten. Gesamter Kommunionteil ab der „Danksagung".

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bearbeitet von OW am 6.10.2006